3. Etappe

Von Hummern und anderen Meerestieren

Nach so viel Weltkrieg zieht es uns nach Barfleur, einem winzigen Küstenstädtchen an der Spitze des Cotentins. Hier wird der enorme Tidenhub für uns erstmals ganz deutlich, denn bei Ebbe liegt das gesamte Hafenbecken trocken. In der Normandie beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut zuweilen bis zu 15 Metern, die beeindruckende Kulisse von kilometerweiten freiliegenden Stränden ist gerade hier besonders sehenswert. Die Menschen leben mit und vom Meer und so freuen wir uns an diesem Abend über frische Meeresfrüchte.

Barfleur steht im Ruf, dass man hier den besten Hummer essen kann und wir machen die Probe aufs Exempel. Der Campingplatz, auf dem wir unsere Wohnmobile abgestellt haben, liegt nur wenige Gehminuten vom kleinen Hafen entfernt, an dem sich einige Restaurants angesiedelt haben, die vor allem Meeresfrüchte anbieten. Besonders Hummer und Jakobsmuscheln werden hier gefangen und gesammelt und so nimmt es nicht Wunder, das wir sie zu einem akzeptablen Preis auf der Speisekarte finden. Nach dem Essen tut uns der kurze Verdauungsspaziergang gut. Heute beschließen wir den Abend mit einem Glas Wein im vollintegrierten Mobil und begutachten neugierig das Innere.

Wo sind die Unterschiede zwischen den beiden Modellen unserer Wohnmobile?

Beiden Mobilen liegen Fahrzeugchassis von namhaften Herstellern zu Grunde. Während der Hymer auf einem FIAT aufgesetzt ist, basiert der Bürstner auf einem Citroen. Beim vollintegrierten Modell wird das Wohnmobil vom Chassis, also der Bodenplatte an beginnend komplett neu aufgebaut, vom ursprünglichen Fahrzeug ist nichts mehr zu sehen. Das Führerhaus des vollintegrierten Reisemobils ist geräumig und hat einen einzigartigen Look durch sein großes Armaturenbrett. Ein vollintegriertes Wohnmobil hat in der Regel keine oder nur eine Türe im Führerhaus. Hinein und hinaus geht man durch die Tür gleich im Wohnbereich.

Das teilintegrierte Modell kann seine Herkunft nicht verleugnen, dem Führerhaus sieht man sein Transporter-Erbe deutlich an. Der Wohnbereich eines teilintegrierten Modells beginnt sichtbar hinter der Führerkabine, in den letzten Jahren hat man diesen Übergang aber so gestalten können, dass er fast nicht mehr spürbar ist. Bei beiden Mobilen lassen sich Fahrer- und Beifahrersitz drehen und zu einem Teil des Essbereiches machen. Auch das vollintegrierte Modell hat seinen Schlafbereich im hinteren Teil, allerdings sind die Grundrisse der Mobile vielfältig und wer sich mit dem Gedanken trägt, zum Wohnmobilisten zu werden, dem stehen nahezu unbegrenzt viele Varianten zur Auswahl. Für uns endet der Abend mit der Erkenntnis, dass es für beide Varianten des Wohnmobils Liebhaber gibt und die Frage nach integriert und teilintegriert eine Grundsatzfrage ist, die wohl für immer in Camperkreisen diskutiert werden wird.

Niesmann Caravaning - Reisebericht Normandie
Niesmann Caravaning - Reisebericht Normandie
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